Modul 6 – Sicherheit, Datenschutz & kritische Reflexion
🏠 Kursübersicht · Modul 6 von 8
🎯 Lernziele
Nach diesem Modul kannst du …
- die wichtigsten Datenschutzregeln beim Einsatz von KI-Werkzeugen nennen,
- eine Sicherheits-Checkliste auf eigene Projekte anwenden,
- KI-generierten Code kritisch beurteilen, statt ihm blind zu vertrauen.
⏱️ Zeit: ca. 30 Minuten · Voraussetzungen: Modul 1–5
Warum dieses Modul wichtig ist
Vibe Coding ist niedrigschwellig – aber genau das ist auch die Gefahr: Man übernimmt Code, den man nicht vollständig versteht. Die wichtigste Kompetenz, die dieser Kurs vermitteln will:
Nicht blind vertrauen, was die KI ausgibt – sondern prüfen, hinterfragen und verbessern.
Datenschutz: Diese Regeln gelten immer
- Keine personenbezogenen Daten in Prompts. Niemals echte Namen, Adressen, Noten oder andere persönliche Daten in einen KI-Chat schreiben.
- Tools datenschutzbewusst wählen. ChatGPT und Claude sind US-Anbieter, DeepSeek (Weg A) ist ein chinesischer Anbieter – in allen Fällen werden Eingaben auf Servern außerhalb der EU verarbeitet. Für die schulische Nutzung ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig; prüfe DSGVO-konforme Alternativen (auch europäische Anbieter). Sensible Daten gehören ausschließlich in den Offline-Weg B (Ollama, Modul 2) – dort bleiben sie lokal auf deinem Gerät.
- Altersgrenzen beachten. ChatGPT: ab 13 Jahren (mit Elternzustimmung), Claude: ab 18. Für jüngere Lernende das KI-Tool nur über die Lehrkraft nutzen (Frontal-Demo).
- Keine sensiblen Dokumente hochladen. Keine Klassenarbeiten, Förderpläne, Elternbriefe.
- Keine Zugangsdaten oder API-Keys in Prompts schreiben.
Sicherheits-Checkliste für eigene Projekte
Hake das vor der Nutzung kurz ab:
- Keine echten (Schüler-)Daten in KI-Chats eingegeben.
- Bei Datei-Operationen (Python) zuerst mit Kopien getestet.
- Generierten Code überflogen – tut er, was er soll? Macht er nichts Unerwartetes?
- Keine Zugangsdaten / API-Keys im Code oder im Prompt.
- Bei Unsicherheit: Code von einer Person mit Programmiererfahrung prüfen lassen.
Generierter Code kann versteckte externe Abhängigkeiten oder unsichere Praktiken enthalten. Vor dem Einsatz – besonders im Unterricht – immer selbst kurz testen.
Kritische Analyse von KI-Code
KI-Code sieht oft überzeugend aus – das heißt aber nicht, dass er gut ist. Diese Leitfragen helfen dir, ein Ergebnis einzuordnen:
- Ist der Code korrekt? Woran erkenne ich das (Test!)?
- Gibt es Sicherheitslücken?
- Verstehe ich jede Zeile? Falls nicht – ist das ein Problem?
- Würde ich diesen Code in einer echten Anwendung einsetzen?
- Welche ethischen Fragen wirft KI-generierter Code auf (Urheberschaft, Haftung, Transparenz)?
🛠️ Praxis: Zwei Lösungen vergleichen
Lass dir dieselbe Aufgabe von zwei KI-Werkzeugen (oder zweimal mit anderem Prompt) lösen:
Schreibe ein Python-Skript, das ein sicheres, zufälliges Passwort erzeugt.
Erkläre kurz, wie sicher es ist und warum.
Vergleiche die beiden Ergebnisse anhand der Leitfragen:
- Welches ist sicherer? Woran machst du das fest?
- Welches ist besser lesbar?
- Welches würdest du wirklich einsetzen – und warum?
💡 Worauf du achten kannst
Ein sicheres Passwort-Skript nutzt in Python z. B. das Modul `secrets` (kryptografisch sicher), **nicht** das einfache `random`. Eine gute Antwort erklärt außerdem Länge und Zeichenvorrat. Wenn eine KI „random" benutzt oder die Sicherheit nicht begründet, ist Skepsis angebracht – ein gutes Beispiel dafür, dass plausibel aussehender Code nicht automatisch gut ist.💡🎓 Hinweise
💡 Für Schüler: Frag die KI ruhig: „Ist dieser Code sicher? Was könnte schiefgehen?” – und prüfe ihre Antwort kritisch. Auch die KI kann sich irren.
🎓 Für Lehrkräfte: Dieses Modul deckt das Szenario „Medienkritische Analyse von KI-generiertem Code” ab (Oberstufe) und verbindet sich mit Ethik/Philosophie und Politik & Wirtschaft. Die Leitfragen eignen sich direkt als Diskussions- oder Arbeitsauftrag. Datenschutz sollte von Anfang an mitgedacht, nicht nachgereicht werden.
✅ Selbstcheck
1. Nenne drei Dinge, die niemals in einen KI-Prompt gehören.
Lösung
Personenbezogene Daten (Namen, Noten, Adressen), sensible Dokumente (Klassenarbeiten, Förderpläne) und Zugangsdaten/API-Keys.2. KI-Code läuft fehlerfrei. Heißt das, er ist sicher und gut?
Lösung
Nein. „Läuft ohne Fehler" heißt nur, dass es keinen Absturz gab – nicht, dass der Code korrekt, sicher und sinnvoll ist. Man muss das Ergebnis inhaltlich prüfen (Leitfragen) und auf Sicherheitslücken achten.3. Warum ist der Offline-Weg (Ollama) aus Datenschutzsicht interessant?
Lösung
Weil das Modell lokal auf dem eigenen Gerät läuft – die eingegebenen Daten verlassen den Rechner nicht und gehen nicht an einen Cloud-Anbieter.📋 Aufgaben
Abhaken speichert direkt in dieser Datei. In MindGraph Notes erscheinen diese Aufgaben automatisch im Tasks-Widget und am Fälligkeitstag im Focus. Übersicht & Kursfahrplan: Aufgaben.md.
- Lass dir von zwei KIs ein Passwort-Skript geben und vergleiche sie #kurs/modul-6 (@[[2026-07-08]])
- Gehe die Sicherheits-Checkliste für eines deiner Projekte durch #kurs/modul-6 (@[[2026-07-08]])
⬅️ Modul 5 · 🏠 Übersicht · ➡️ Modul 7: Reflexion & Unterricht